Fairer Handel

Plötzlich war die Idee da, Dritt-Welt-Läden gründen und helfen mit fairem Handel. Die Stiftung Max Havelaar schaffte einen Durchbruch und brachte den fairen Handel zu den Grossverteilern. Letztlich geht es um mehr, nämlich um Gerechtigkeit bei den globalen Handelsbedingungen. Stichworte dazu sind: Sozialklauseln, würdige Arbeitsbedingungen, Abschaffung der Kinderarbeit, Korruptionsbekämpfung.
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Logo Max Havelaar Fairtrade ab 1. März 2008

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Jute statt Plastic Angespornt durch die erfolgreiche Aktion „Kaffee Ujamaa“ aus Tansania, gründeten junge Freiwillige die ersten Drittwelt-Läden. Verkaufen und informieren war die Idee.

1977 schufen Entwicklungsorganisationen und die Dritt-Welt-Läden die Import- und Informationsstelle OS3. Mit dabei war Brot für alle.

Der grosse Verkaufsschlager wurden Jutetaschen aus Bangladesch. „Jute statt Plastic“ nannte sich die Aktion, die ein Schlaglicht warf auf die harte Lebenssituation vorab der Frauen in diesem asiatischen Armenhaus. In sechs Jahren wurden 600‘000 Taschen verkauft.
Das brachte tausend Frauen einen regelmässigen Verdienst. Einen Teil legten sie in eine gemeinschaftlicher Kasse und bauten sich damit kleine Erwerbszweige auf. Erstmals kamen arme Frauen ohne Schulbildung zu etwas Geld und gewannen gesellschaftliche Achtung.
Weltladenbewegung Bald zählte man in der Schweiz über 500 Dritt-Welt-Läden und Marktstände. Nötig wurde eine Handhabe zur Qualifizierung der Produkte.

1984 beteiligte sich die Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke an der Vernehmlassung zum neuen Konsumentenschutzgesetz und verlangte bei Waren aus Entwicklungsländern Angaben über die Herkunft, die sozialen und ökologischen Herstellungsbedingungen.
"claro" setzt neue Akzente: Produzentenförderung Inzwischen war aus OS3 » claro entstanden. Angeboten werden vermehrt biologische Produkte aus Drittweltländern wie aus der Schweiz und Weiterbildungen in Verkauf und Marketing.

1997 hatten claro, Fastenopfer, Brot für alle und HEKS die Idee, biologischen Reis aus Thailand in die Schweiz einzuführen und über Drittwelt- und Bio-Läden anzubieten.

Produkte gerecht bezahlen ist gut, noch besser ist es, zugleich Produzentinnen und Produzenten zu fördern.

Den Norden Thailands hatte eine rasante Entwicklung verödet. In der Trockenzeit müssen die Bauernfamilien deshalb anderswo Arbeit suchen und kehren nur für den Reisanbau zurück.

Nun brachte ihnen die Schweizer Reisaktion faire Preise und eine gesicherte Abnahme für ihre pestizidfreien Reissorten Lüeng-on und Hom Mali. - Zudem lernten sie ihre Grundversorgung verbessern mit Gemüsekulturen, Fruchtbäumen, Haustierzucht und Heilkräutergärten.
Fairness-Held Max Havelaar In den Niederlanden kam 1988 eine Kaffeemarke mit dem seltsamen Namen Max Havelaar auf den Markt, eine Erfindung holländischer kirchlicher Drittweltorganisationen. Damit garantieren sie genossenschaftlichen Kleinproduzenten, die Kaffee ökologisch anbauten, einen Existenz sichernden Preis.

Max Havelaar, Hauptfigur eines bekannten Romans aus der holländischen Kolonialzeit, hatte sich gegen das Elend auf den Kaffeeplantagen Indonesiens aufgelehnt, und wurde nun zum Label für fair gehandelte und umweltschonend produzierte Erzeugnisse aus der Dritten Welt.

Seit 1992 gibt es auch in der Schweiz eine » Max Havelaar-Stiftung. Wie in Holland erteilt sie Lizenzen an jene, die die streng kontrollierten Bedingungen erfüllen. Migros und Coop gehören seit Beginn zu den Verteilern. Zum Havelaar-Sortiment gehören Kaffee, Tee, Schokolade, Honig, Orangensaft, Bananen, Zucker und Blumen.
Orientteppiche ohne Kinderarbeit Weltweit müssen mehr als 200 Millionen Kinder unter 15 Jahren aus armen Familien täglich bis zwölf Stunden arbeiten, um beim Verdienen mitzuhelfen. Viele Orientteppiche werden von Kinderhänden geknüpft. Um dies zu verhindern, gründeten Brot für alle, Fastenopfer, weitere Hilfswerke und Schweizer Orientteppichfirmen im Oktober 1995 die » Stiftung STEP für gerechte Bedingungen in Teppichherstellung und Handel.

Wer einen Orientteppich bei einer von STEP ausgezeichneten Firma kauft, zahlt einen Aufpreis. Dies erlaubt den Kindern, die Schule zu besuchen und das Teppich knüpfen ihren Eltern zu überlassen.
Verhaltenskodex für Billiglohnfabriken Fast alle gehen auf Sportsohlen bekannter Weltfirmen, kleiden sich in T-Shirts und andere Markenhüllen. Möglich machen es Billiglohnfabriken. Made in Kenya, made in Bagladesh, made in Honduras.

So exotisch die Herkunftsbezeichnungen klingen, noch unglaublicher wirken die Preisschilder: Fr. 29.90 für die Jeansjacke, Fr. 14.90 für die Damenhose, Fr. 9.90 für das T-Shirt. Wie ist das möglich?

Der Konkurrenzkampf wird ausgetragen auf dem Buckel derjenigen, die diese günstigen Waren herstellen. Eine Sieben-Tage-Woche mit 60 Stunden ist für viele die Regel, drei bis vier Überstunden pro Tag normal und ein Hungerlohn üblich.

Brot für alle, Fastenopfer und die Erklärung von Bern haben sich für den Weg des Druckmittels entschieden. Eine erste Aktion mit dem Titel „Let’s go fair“ richtetete sich an Sportschuhunternehmen wie Nike und Adidas.

Es folgte die » Clean Clothes Campaign, eine internationale Aktion für gerechtere soziale Bedingungen in den Billiglohn-Textilfabriken der Dritten Welt. Grossverteiler sollen in die Lieferverträge einen Verhaltenskodex aufnehmen, der von den Herstellern kontrollierbare humane Arbeitsbedingungen fordert. Zehntausende Postkarten mit Fragen zur Herstellung der Produkte wurden an Grossverteiler und Markenfirmen geschickt.

Die Schweizer Firmen Migros, Veillon und Switcher haben Ende 1999 einen vollständigen Verhaltenskodex eingeführt und akzeptiert, dass eine unabhängige Instanz unter der Beteiligung der Clean Clothes Campaign die Einhaltung des Kodex bei einigen Lieferanten in China und Indien überprüfen.
Weitere Informationen dazu bei der Erklärung vno Bern unter » www.evb.ch

Tildy Hanhart
» Weitere Infos
 
Autor: Doris Brodbeck     Bereitgestellt: 09.12.2010    
aktualisiert mit kirchenweb.ch