Katholisches Pendant zur OeME unter neuer Leitung

Missionskonferenz - Voyage-Partage 2016 —  Hinten: abtretender Vorstand Missionskonferenz, vorne: Vorstand Voyage-Partage<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>oeme.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>116</div><div class='bid' style='display:none;'>2601</div><div class='usr' style='display:none;'>33</div>

Ende 2016 geht Josef Wey als Koordinator der römisch-katholischen Missionskonferenz in Pension und übergibt die Aufgabe an Rita Gemperle von Fastenopfer, den Kontakt zu den kantonalkirchlichen Verantwortlichen fürs Fastenopfer zu organisieren. Diese heissen neu "Regionale Beauftragten für Weltkirche und Solidarität". Die Missionskonferenz selbst wird aufgelöst. Weitere Aufgaben im Kontakt mit der Weltkirche übernimmt das katholische Hilfswerk "Missio" und für die Vermittlung von Volontären "Voyage-Partage" bildete sich ein Verein.
Doris Brodbeck,
Die Missionskonferenz löst sich per Ende 2016 auf. Die Nachfolge übernimmt der neue Verein Voyage-Partage, der sich auf das bisherige Jugendvolontariats-Programm konzentriert. Alle anderen Aufgaben werden entweder an andere Institutionen abgegeben oder aufgegeben. Mit der Stabweitergabe an Voyage-Partage vollzieht sich ein überraschender Generationenwechsel.

An einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung hat am 10. November die Missionskonferenz der deutschen und rätoromanischen Schweiz die Weichen für die Zukunft gestellt. Die Missionskonferenz wurde 1977 auf Grund der Beschlüsse und Empfehlungen der Synode 72 gemeinsam von den Diözesen, Missionsinstituten und Hilfswerken gegründet. Sie erhielt damals den Auftrag, auf sprachregionaler Ebene die missionarischen Anliegen zu koordinieren und das Bewusstsein für den weltkirchlichen Austausch und die weltweite Solidarität zu fördern. Hatten die Missionsinstitute am Anfang eine tragende Rolle in der missionarischen Informations- und Bildungsarbeit, so hat sich das Gewicht im Laufe der Zeit immer mehr auf die Hilfswerke mit ihren Kampagnenzeiten verlagert.

Netzwerk geht an Fastenopfer und Missio
Folgerichtig geht jetzt das Netzwerk der „Regionalen Beauftragten für Weltkirche und Solidarität“, wie die bisherigen Regionalen Mitarbeitenden der Missionskonferenz neu heissen, in die Hände von Fastenopfer und Missio über. Allerdings wurde die Sorge geäussert, ob sich die Diözesen mit dieser Delegation an die Hilfswerke aus ihrer grundlegenden Verantwortung zurückziehen: Wer stellt sicher, dass die Anliegen von Mission und weltweiter Diakonie in den Pastoralraumkonzepten und Seelsorgeteams strukturell verankert sind?

Zwei weitere Wechsel: Das jährliche Urlaubertreffen für Missionarinnen und Missionare wird zukünftig von Missio ausgerichtet. Die Koordinationsgruppe asipa.ch, die Impulse aus den Kirchen des Südens vermittelt (Vision einer lokalen Kirchentwicklung mit grösstmöglicher Partizipation der Laien, Kleine Christliche Gemeinschaften, Bibelteilen), wird ebenfalls bei Missio verankert.

Von der Missionskonferenz zu Voyage-Partage
In eigener Regie weitergeführt werden soll das erfolgreiche Programm Voyage-Partage. Dafür wurde ein neuer Verein gegründet, der alle diesbezüglichen Rechte und Pflichten per 1. Januar 2017 von der Missionskonferenz übernimmt. 200 junge Menschen aus der Deutschschweiz haben seit 2001 mit Voyage-Partage ein Volontariat absolvieren können. Während 3 bis 12 Monaten haben sie in einem Land Afrikas, Asiens oder Lateinamerikas prägende Erfahrungen in einem kirchlichen Umfeld machen dürfen. Die allermeisten davon sind begeistert zurückgekehrt. Sie wollen ihre Erfahrungen an andere weitergeben und ihre neuen Einsichten und Haltungen hierzulande umsetzen. Um dieses kreative Potential künftig besser zu nutzen, will man die Rückkehrerarbeit ausbauen. Ob dies gelingen wird, hängt jedoch davon ab, ob die Ortskirche Schweiz diese einmalige Chance packt und Voyage-Partage als zukunftsweisendes Jugendpastoral-Programm begreift und entsprechend mitfinanziert.

Die junge Generation übernimmt
An den Jungen liegt es jedenfalls nicht: Diese haben sich in den letzten Monaten mächtig ins Zeug gelegt. Der neue Vorstand, das neue Fachstellen-Team und die im Aufbau befindlichen Arbeitsgruppen bestehen mehrheitlich aus ehemaligen VolontärInnen, alle gut ausgebildet und kompetent. Erstaunlich, wie hier ein veritabler Generationenwechsel in einer kirchlichen Einrichtung gelungen ist – und dies im eher unerwarteten Bereich der Mission.

Vorstand Voyage-Partage:
- Sarina Koch, Präsidentin
- Abt Emmanuel Rutz
- Alexandra Stocker
- Laura Rutz
- Dominic Weyermann

Fachstelle Voyage-Partage:
- Madlen Portmann, Leitung
- Eliane Städler
- Livia Schnyder
 
Autor: Doris Brodbeck     Bereitgestellt: 31.12.2016    
aktualisiert mit kirchenweb.ch